Norman Conquest

In den vergangenen Tagen hab ich viele Touren durch Durham Castle gegeben. Bevor es in die Burg geht, erzähle ich immer ein wenig zur Geschichte der Burg selbst: William the Conquerer hat veranlasst, die Burg zu bauen, um seine Herrschaft im Norden nicht nur vor den Schotten, sondern auch vor den Locals zu schützen, die nicht gerade happy waren, jetzt von den Normannen unterjocht zu werden. So ungefähr. Jedenfalls hört es sich immer so an, als ob die Bewohner Nordenglands gegen William aufbegehrt hätten. Und jetzt lese ich endlich mal etwas mehr über die Norman Conquest im Norden von England, und das muss richtig schrecklich gewesen sein: Allein im Norden hat William the Conquerer über 100 000 Menschen das Leben gekostet, hat alles abbrennen lassen und zerstört, was irgendwie zu zerstören gab, was sogar zu Kannibalismus geführt hat. Absolut schrecklich. Und dessen Burg preise ich als ein ganz tolles Gebäude an? Gut, die Burg kann da nix für. Trotzdem. Da wird man schon etwas nachdenklich, wie Geschichte kommuniziert wird. Und vor allem, wie ich selbst Geschichte kommuniziere, was ich allein heute 250 Touristen erzählt habe. Morgen früh werd ich hoffentlich mal einen ausgewogeneren Standpunkt vertreten…

highlands here i come! Balquhidder

Amazing. Das war erst mal das einzige Wort, das in meinen Kopf gepasst hat. Balquhidder ist viel mehr als ein Pilgerort für Rob Roy-Verehrer. Balquhidder ist viel mehr. Zum Beispiel schwierig zu buchstabieren.

Vor allem aber ein Ort der Andacht, der Anbetung. Wie eine Tafel in der Kapelle weiß, wird hier schon seit 4000 Jahren Göttern Ehre erbracht: Die Kelten fanden, dass hier Gott und Mensch, Himmel und Erde nah beieinander liegen, und in der Nähe finden sich auch Spuren von einem neolithischen Tempel. Ich hatte Balquhidder vorher nur mit den MacGregors in Verbindung gebracht, aber weit gefehlt.

Die Kapelle, ein Ort der Ruhe und Sinnlichkeit, war erfüllt von Blumenduft von betäubender Süße, ich war hin und weg. Auch dieser Ort hat mich sehr an mein Praktikum bei GeoSpecial erinnert und das interessante Interview, das ich mit einem MacGregor geführt habe. Thorsten Berger (im Link stark gekürzt) hatte mir erzählt, dass er auf seiner ersten Schottlandreise viele Stunden am Grab von Rob Roy verbracht hat, und das hat mich wirklich ziemlich berührt.

Wahrscheinlich habe ich mir deswegen hier viel mehr Zeit genommen als die anderen Touristen. Für viele war es glaub ich ein “parken-foto-gesehen-abgehakt”. Ich jedenfalls bin den MacGregors dankbar, dass ich hier etwas länger veweilt habe. Und musste immer immer wieder denken: Amazing, wie ein Kuhdieb verehrt wird! (Ich weiß, Rob Roy ist viel mehr als das. (Wiki-Artikel!) Das Grab ist voll mit Münzen, Schleifen im MacGregor Tartan und Teelichtern.

Besonders bedeutungsschwer fand ich die Distel, die mit MacGregor Tartan an sein Grag gebunden ist: Die MacGregors sind nicht von Schottland zu trennen. Fast schon kitschig.

Aber so ganz koscher war mir das Grab doch nicht: Im gleichen Grab liegt auch sein Sohn, Robin Oig, der in Edinburgh erhängt wurde, nachdem er eine Witwe entführt hat. Wird das auch gutgeheißen? Wohl nicht. Aber gut.

Der Friedhof ist wie eine Zeitreise. Ein ruhiger Ort einer vergangenen, mythischen Zeit, das können selbst die vielen Touristen nicht ganz verdrängen. Oh my. Doch wie ich oben schon gesagt habe: Der Ort ist mehr als ein “seen it, tick box”-Ort. Mit ein wenig Ruhe kann man hier etwas schottische Geschichte fühlen. Nicht so majestätisch-pompös wie die Burg oder das Wallace Monument in Stirling, sondern viel persönlicher, und für mich viel intensiver. Amazing. Die Wärme der Sonne auf der Haut, Wind geht. Die Berge im Hintergrund.

Dennoch, nach einer Stunde war es auch für mich Zeit, weiterzuziehen.

highlands, here i come! Callander.

Callander’s traffic jam outside the bustling city centre

My expedition started with a traffic jam. A traffic jam because too many people tried to get to the Highlands. Thus I was stuck in Callander. The main street’s pavements were bustling with tourists, moving from ice cream parlour to Whiskey shop, passing loads and loads of B&Bs. Callander and the view of the Highlands in the background reminded me of my trip to the Rockies: Somehow this concept of a main street with not many backstreets, the atmosphere with all the tourists, the traffic combined with the majestic mountains in the background made me think so, and for the rest of the trip I couldn’t shake that feeling completely off. Callander’s high street as the base camp for conquering Munros.

Also, Callander strongly reminded me of my internship at Geo Special. One of the hotels that I recommended in the latest issue is in Callander, and I couldn’t help myself but stop and have a quick look at the Bridgend House Hotel.

Bridgend House Hotel. Do you think they offered something else but “sleep” before?

It is said that the Bridgend is haunted. Not only the spirit of a WW2-pilot is said to wander the corridors, but also a young girl. When I talked to the manager for the magazine, (whose name I forgot and their homepage is not up yet) he told me that since he’d taken over the business he had met a young girl ghost whistling a lot. As I say, I couldn’t resist and entered the pub, only to run into he manager himself, not the ghost. Unfortunately. Or fortunately. Because two nights before at the Willie Wallace Hostel in Stirling I am dead sure that I woke in the night because a ghost shook me awake. Or was it something the girl rumaging in the bed above me let drop?

Back to Callander and the traffic jam. It was weird, because I had never been to Scotland before, but because I had researched so much for the travel magazine it all felt very familiar. I was stuck somewhere between being a tourist and a journalist. And I was stuck behind a clan McGregor bus. I wondered ‘Where are they going?’ To their hero’s last place of rest? That’s where I was going anyway: to Rob Roy’s grave.

highlands, here i come! Stirling.

Stirling Castle, coming from St Mary’s Wynd

My tour started in Stirling, where I attended a conference to give a paper on Muriel Spark’s social satire and transgression as an educational tool. On my first day, I looked around a bit and had a first laugh: On the way to the castle I passed the street “St Mary’s Wynd,” and I have to admit that that made me smile - on the way to where Mary, Queen of Scots was crowned passing a street about winds - how disappointing to learn that Wynd is a Scots word for a narrow street and doesn’t have anything to do with my coprophilic association…

Robert the Bruce, Scottish hero, in front of his Castle

However, the castle and on the next day the Wallace Monument were closed so I just wandered around. The churchyard next to the castle felt very gloomy and somehow eerie - so many graves right next to a castle which has a long history of bloody fights…

Wallace Monument seen from the Castle

Somehow Stirling is a good starting point to explore Scotland, as full of history as it is. From here, I took the A84 towards the Highlands.

bald gehts weiter - mit meinem kurztrip nach schottland!

Der Ursprung von Scotland Yard

Scotland Yard ist gar nicht schottisch – bezeichnet es doch die Londoner Metropolitan Police und im Volksmund allgemein die britische Polizei. Doch warum nannte man deren Hauptquartier nicht einfach nach der offiziellen Adresse „Whitehall Place, Hausnummer4“, sondern eben „Great Scotland Yard“ oder kurz Scotland Yard? Sogar die Ermittler von Scotland Yard selbst wissen hierauf keine eindeutige Antwort. Dabei sollten sie ja eigentlich die Experten dafür sein. Immerhin konnten sie zwei Szenarien rekonstruieren. Möglichkeit Nummer 1: Die schottischen Könige hatten hier vor der Vereinigung mit England 1707 ein Anwesen, in dem sie selbst oder ihre Botschafter mit den Engländern verhandelten. Später wohnte Sir Christopher Wren hier, der seinen Innenhof „Schottischer Hof“, also „Scotland Yard“ nannte. Möglichkeit Nummer 2: Der Hinterhof von dem Haus an Whitehall Place 4 hieß Great Scotland Yard und ist nur einer von drei Straßennamen, die „Scotland Yard“ in ihrem Namen tragen. Alle drei Straßen sollen im Mittelalter einem Mann namens Scott gehört haben und so ihren Namen bekommen haben.

Nur eins ist also sicher: Der Innenhof des ursprünglichen Scotland Yard Hauptquartiers war namensgebend, aber mit Schottland selbst hat der Spitzname der Metropolitan Police nichts zu tun. Aktenvermerk: Fall weiter ungelöst.

gurken statt steine

Gerade wohne ich ja ein paar Wochen lang in Hamburg, genauer gesagt mitten in der Schanze. Richtig. Hier gehts grad ordentlich rund. Aber nicht erst heute; schon gestern meinten ein paar Jugendliche, für die 1. Mai Randalen üben zu müssen. Aber die Zahl der Randalierer hier in der Susannenstraße war echt gering. Auf der Schanze vor der Roten Flora war wohl mehr los, ein paar Mülleimer haben gebrannt und die Sparkasse hat etwas gelitten. Bei uns vorm Fenster waren es nur 10-20 Vermummte und Kapuzenpulliträger, die sich mit der Polizei Wettrennen geliefert haben. Ich war schon schlafen gegangen und bin gegen 3 Uhr nachts davon geweckt worden, und fands fast lustig: ca 30 Polizisten mit Schutzhelmen und Schlagstöcken jagen die Schar schwarzgekleideter Jugendlicher die Susannenstraße runter, dann gehen erst die Polizisten, dann kurz danach die Randalierer zurück Richtung Schulterblatt, dabei werfen sie ein paar Flaschen, Gurken und Ananas (oh ja, Steine waren gestern. Heute ist es das Obst vom Türken gegenüber.) Und dann kommen wieder die Polizisten, schicken sie wieder aus der Straße raus und so weiter und so fort. Ziemlich absurd, das ist echt wie Katz und Maus spielen. Wir saßen dabei gemütlich im Fenster und haben uns das angeguckt. Nur angefeuert haben wir niemanden. Gut fand ich aber wirklich, dass die nicht nur Flaschen geworfen haben. So hat nämlich tatsächlich ein leichter Gurkengeruch den Gestank der brennenden Mülleimer übertüncht. Sehr empfehlenswert. Und die Ananas hält sich scheinbar ähnlich gut wie ein Stein, die flog mehrfach. Mit Demonstrieren hat das für mich auch herzlich wenig zu tun. Außer, dass die Randalierer ihre Doofheit demonstrieren: Einer stand bei uns vorm Fenster und rief ständig: “Das ist St Pauli hier, ihr habt ihr gar nichts zu suchen, das ist St Pauli, verpisst euch!” Damit hat er sich ganz klar als Zugereister geoutet: Auf den Tag genau seit 2 Jahren und 2 Monaten gehört das hier nämlich nicht mehr zu St Pauli. Da fand ich schon besser, dass die sonst Fußballlieder gegrölt haben. Nur meinen lieblings-St-Pauli-Fangesang nicht, obwohl der gepasst hätte: “Wir sind asozial und schlafen unter Brücken.” Ein Mädel, das vorbei kam, hat einem von den Randalierern tatsächlich zugerufen: “Alles, was du jetzt kaputt schmeißt, müssen deine Eltern mit ihren Steuern bezahlen.” Und das ist auch traurig wahr: Die gestern waren echt verwirrte Jugendliche, die anscheinend nicht mehr wissen, wo simulierte Welt aufhört und echte anfängt. Oh Mann bin ich spießig.

Unsere ganz private Polizeipatroullie vor der Haustür läuft sich warm

Vorhin wollte ich mit einer S-Bahn nach Hause fahren, und beim Türenschließen hieß es: “Wegen Anordnungen der Bundespolizei hält dieser Zug nicht an Sternschanze.” Super. Voll nervig! Also bin ich gelaufen, stand dann am Eingang der Susannenstraße, die abgeriegelt war. Eine ordentliche Reihe von behelmten Polizisten ließ niemanden rein. Und weil die Adresse hier natürlich nicht auf meinem Ausweis steht, durfte ich auch nicht durch. Als Anwohner schon, aber so…aber ein netter Polizist hat mir dann verraten, welche Straße sie nicht blockieren, und so bin ich dann doch, nur vorbei an einem einsam brennenden Dixi-Klo, hierher gekommen. Und dabei ist es hier gerade viel ruhiger als gestern! Aber wahrscheinlich nur hier, auf dem Schulterblatt selbst wirds ganz anders aussehen.

Mich macht das ja wirklich nachdenklich: Wogegen demonstrieren die denn eigentlich? Und wie viele von den Leuten draußen sind Krawalltouristen? In Berlin gabs wenigstens einen guten Grund für Demo. Aber hier?

Jetzt warte ich auf den Wasserwerfer, provozier dann die Polizisten etwas und mach schnell die Fenster zu. Dann müssen wir nämlich nicht mehr putzen.

eigentlich jammere ich hier ja nicht gerne,

aber heute mache ich nach langem Schweigen mal eine Ausnahme. Früher bin ich super viel Bahn gefahren und auch immer sehr sehr gerne. Jetzt habe ich keine Bahncard mehr (warum auch, ich bin ja nicht mehr viel hier) und will mir also ein Onlineticket kaufen. Die kann man aber eigentlich nur mit Kreditkarte zahlen. Und weil ich ja nur eine englische hab, muss ich natürlich ordentlich Wechselkurse bezahlen. Hätte ich eine Bahncard, könnte ich mit Lastschrift bezahlen. So auch theoretisch, dann müsste ich aber meine Daten online hinterlegen und das Servicecenter müsste es autorisieren. Und bis das passiert ist, gibt es gar keine nicht furchtbar teuren Tickets mehr. Sehr gut. Manchmal ist so etwas einfaches wie Bahnticket kaufen echt eine Abendaufgabe.

Genug gejammert. Versprochen.

feuerlöscher, halsabschneider und Co

da bin ich grad auf diese Liste gestoßen mit Berufen, die ich schon immer werden wollte.

how can I justify buying a new pair of shoes?

My favourite pair of sneakers falls apart and I feel that I might need to get a new pair of shoes. This made me realize that I am after all a real girl when it comes to shoes: I have far from enough but far too many as well! I have about 20 pairs of shoes for 16 different occasions. And by “occasion” I don’t mean the red shoes going with the black dress, the black high heels going with the nice dress pants or the white sandals matching my other dress. No. I realized I have 16 different kinds of shoes. I have dress shoes, sandals, house shoes, shower sandals, boots, sneakers, shoes for rainy cold weather, wellies, wet suit shoes, football boots, hiking shoes, cycling shoes, indoor sports shoes, ice skates, rollerblades and even somewhere shoes for cross country skiing.

it’s the black sneakers with the green and yellow sole that caused this. any idea what model they are? I don’t want a different kind! and that’s only the shoes I have here in Durham.

Still: I need new shoes! I can’t always wear dress shoes, boots or sandals and football boots, hiking or cycling shoes aren’t appropriate for wearing in town either.

And: does my obsession with shoes qualify? Or does it simply reflect my materialistic approach to all the different activities I like? I guess I just proved the point that you can never have enough shoes. Never.

Shocking how materialistic, how affluent, how consumeristic I turn out to be!

(How come I don’t have any designated sailing shoes? And do my shoes for my statue-costume count as well?)